
Mehr als die Hälfte aller Deutschen über 50 leiden unter Bluthochdruck, und ein Großteil wird nicht ausreichend gut behandelt. In den meisten Fällen gibt es aber auch keine klare Ursache.
Die (arterielle) Hypertonie ist das, was im allgemeinen Sprachgebrauch mit „hohem Blutdruck“ gemeint ist. Das vom Herzen ausgepreßte Blut erzeugt dabei in den Blutgefäßen einen physiologisch gesehen zu hohen Druck, der auf Dauer zu weitreichenden Schädigungen führen kann
Bluthochdruck ist die Volkskrankheit Nummer eins, gerade bei älteren Menschen, und sehr viele Hypertonien, fast die Hälfte, sind nicht ausreichend behandelt.
Als physiologischer Normalwert gilt RR 120/80 – RR bedeutet Riva-Rocci und ist der Name des Erfinders des ersten Blutdruckmessgeräts. 120 gibt dabei den systolischen Druck an, der in den vom Herzen wegführenden Gefäßen (Arterien) entsteht, 80 ist der diastolische Wert, und bezeichnet den Druck in den zum Herzen zurückführenden Gefäßen (Venen).
Mehr als 90% der Erkrankung sind primär, das heißt keine Folge von anderen Grunderkrankungen. Die Ursachen sind hier verschiedenartig, Streß, Bewegungsmangel und mangelnde Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems sind hier ebenso als Auslöser anzusehen wie Alterungsprozesse.
Als Sekundärerkrankung kann Hypertonie manchmal bei bestimmten Störungen im Hormonhaushalt, und – sehr oft übersehen – auch bei Nierenerkrankungen auftreten (sog. renale Hypertonie).
Den erhöhten Blutdruck an sich kann man eigentlich nicht wahrnehmen – nur seine Auswirkungen: Kopfschmerzen, Pochen in den Schläfen, manchmal Abgeschlagenheit. In einigen Fällen kommt es auch zum häufigen Auftreten von spontanem Nasenbluten (Epistaxis), wenn die Gefäße in der Nasenschleimhaut durch den zu hohen Druck platzen.
Manchmal kommt es auch zu Übelkeit und Herzenge-Symptomen (Beklemmungsgefühle in der Brust), wenn der Blutdruck stark erhöht ist.
Trotz der Tatsache, daß Blutdruckmessungen mittlerweile allerorts häufig durchgeführt werden, und viel wert auf eine gute Vorsorge gelegt wird, werden immer noch viele Hypertonien erst dann diagnostiziert, wenn bereits erste Schädigungen vorhanden sind.
Hypertonie ist an sich nur ein Risikofaktor einerseits für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall,…) andererseits auch für bestimmte Organschäden – so kann durch den dauernd zu hohen Druck in den Gefäßen beispielsweise auch die Netzhaut des Auges schaden erleiden.
Unter medikamentöser Therapie, die bei primärer Hypertonie meist ein Leben lang beibehalten werden muß, ist aber bei sorgfältiger Einstellung das Erreichen normaler Blutdruckwerte auch in schweren Fällen möglich, und damit auch die Eliminierung dieses Risikofaktors.
Neben einer – oft sogar ärztlich verordneten – Änderung des Lebensstils, spielt die medikamentöse Therapie eine große Rolle.
Verschiedene Wirkstoffgruppen werden je nach Lebensalter, Konstitution und Begleiterkrankungen eingesetzt, am häufigsten werden ACE-Hemmer, Calcium-Antagonisten und sogenannte ß-Blocker eingesetzt, die alle an jeweils verschiedenen Stellen der körpereigenen Blutdruckregulation ansetzen.
In der letzten Zeit geht der Trend wieder zunehmend zur Monotherapie, das heißt, der behandelnde Arzt versucht ein Präparat zu finden, das der Patient gut verträgt und dessen Wirkung ausreichend ist. Hier ist oft notwendig, verschiedene Präparate auszutesten, bis das richtige gefunden ist. Der Vorteil liegt in der maximalen Reduktion von Nebenwirkungen und höchstmöglicher Wirksamkeit.
Posted on Mai 7th, 2009 von admin
Filed under: Gesundheit
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