
Gerade die Zahl bei den Erstinfektionen mit traditionellen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis ist in den letzten Jahren wieder sprunghaft angestiegen, warnen Mediziner. Offensichtlich greifen die Kampagnen für geschützten Geschlechtsverkehr weit zu kurz.
Mit der Entdeckung von Penicillin Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Syphilis, auch harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt, erstmals gut behandelbar und ging massiv zurück. Davor führte eine Infektion in sehr vielen Fällen durch Organbefall und –zersetzung über Jahre hinweg unweigerlich zum Tod des Infizierten.
Seit den 1990er Jahren ist jedoch wieder ein stetiger und in den letzten beiden Jahren ein noch deutlicherer Anstieg bei den Erstinfektionen mit Syphilis sichtbar. Der Erreger, der für die Krankheit verantwortlich ist, Treponema pallidum, wird bei sexuellen Handlungen über die Schleimhäute übertragen und überlebt ausserhalb des menschlichen Körpers nur kurze Zeit. Anfangs kommt es zu nässenden Ekzemen in den genitalen Schleimhautbereichen, das abgesonderte Sekret ist dabei hochinfektiös und für die Ansteckung des Partners verantwortlich. Die Geschwüre verschwinden meist auch ohne Behandlung wieder innerhalb von wenigen Wochen, der Erreger bleibt jedoch dabei im Körper. Nach der Infektion kommt es meist noch eine Zeitlang zu grippeartigen Symptomen, mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und unter Umständen auch leichtem Fieber. Bleibt die Syphilis unbehandelt, kann der Erreger nun über Jahre hinweg ohne merkbare Symptome die inneren Organe und am Schluss das Rückenmark infizieren, was zu neurologischen Ausfällen, Demenz und schließlich zum Tod führt. Ist auch schon das Rückenmark infiziert, ist auch eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr wirksam, die bereits entstandenen Schäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Diese Fälle jahrelang unbehandelter Syphilis sind zwar in unseren Breiten mittlerweile eher selten, aber es gibt sie gelegentlich immer noch.
Wissenschaftler machen auch die gestiegene Promiskuität (Sex mit wechselnden Partnern) für den Anstieg der Infektionen seit den 90er Jahren verantwortlich – das erscheint auch plausibel. Gleichzeitig ist der Geschlechtsverkehr häufiger ungeschützt als noch vor 20 Jahren.
Man sollte aber immer daran denken, dass auch wesentlich gefährlichere Erkrankungen wie beispielsweise HIV durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können und deshalb niemals mit einem unbekannten Partner ungeschützten Geschlechtsverkehr haben – das Risiko ist einfach zu groß.
Posted on Januar 31st, 2009 von admin
Filed under: Medizin
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